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UN-Weltmädchentag am 11. Oktober 2025: Mädchenarbeit als wichtiger Baustein zur Gewaltprävention und Umsetzung der Istanbul-Konvention

Pressemitteilung der Kontakt- und Koordinierungsstelle für Mädchen*arbeit im Land Brandenburg (KuKMA) und der Kontaktstelle der zivilgesellschaftlichen Akteur*innen zur Umsetzung der Istanbul-Konvention im Land Brandenburg (KIKO)

Mädchenarbeit stärkt Mädchen in Brandenburg – Das macht sie zu einem unverzichtbaren Baustein, um Gewalt in unserer Gesellschaft vorzubeugen und langfristig zu überwinden. Mädchenarbeit schafft sichere Räume, stärkt Selbstbewusstsein, hinterfragt Rollenklischees die Gewaltpotentiale auslösen können und eröffnet vielfältige Perspektiven. Gerade vor dem Hintergrund der Umsetzung der Istanbul-Konvention, die Brandenburg verpflichtet, Gewalt an Frauen und Mädchen umfassend vorzubeugen und zu bekämpfen, braucht es eine klare politische und gesellschaftliche Unterstützung für mädchenspezifische Angebote der Gewaltprävention.

„Unser Ziel muss es sein die Gewalt zu verhindern, bevor sie passiert. Eine Investition insbesondere in gewaltpräventive Mädchenarbeit birgt das Potenzial die Gewaltbetroffenheit im Erwachsenenalter zu senken und ist damit zentral für eine Zukunft frei von Gewalt für alle und die Umsetzung der Istanbul-Konvention.“

Die Istanbul-Konvention hebt in Artikel 12 hervor, dass Prävention das Fundament einer gewaltfreien Gesellschaft bildet. Dazu gehört auch, geschlechtsspezifische Rollenbilder kritisch zu hinterfragen und Gleichstellung zu fördern. Mädchenarbeit setzt genau hier an:

  • Empowerment: Mädchen lernen, ihre Rechte zu kennen und durchzusetzen.
  • Schutzräume / “Safer Spaces”: Mädchenarbeit bietet Orte, an denen sie möglichst frei von Druck, Diskriminierung oder Gewalt Erfahrungen sammeln können.
  • Muträume / “Braver Spaces”: Mädchen können sich ausprobieren und Vielfalt, fernab von Rollenklischees kennenlernen.
  • Prävention von Gewalt: Durch Stärkung von Selbstwert und
    Handlungskompetenzen wird das Risiko, Opfer von Gewalt zu werden, reduziert.

 

Trotz der nachweislichen Wirkung ist Mädchenarbeit häufig unterfinanziert und wird nicht in allen Regionen gleichermaßen angeboten.

„Der Bereich der Jugendarbeit wird in Brandenburg seit Jahre nur prekär gefördert. Wir sehen, dass durch den finanziellen Druck insbesondere geschlechterspezifische Angebote gekürzt werden müssen. Dabei wirkt Mädchen*arbeit langfristig nicht nur präventiv gegen geschlechtsspezifische Gewalt, sondern auch demokratiefördernd für die Geschlechtergerechtigkeit in Brandenburg.“

Daher fordern wir: Mädchenarbeit muss als unverzichtbarer Bestandteil der Gewaltprävention anerkannt, langfristig finanziert und landesweit ausgebaut werden. Nur so können wir die Verpflichtungen aus der Istanbul-Konvention einlösen und geschlechtsspezifische Gewalt beenden.

Weitere Informationen/Ansprechpartnerinnen

Geschlechtsspezifische Gewalt meint gewaltvolle Handlungen gegenüber einem Individuum oder einer Gruppe von Indi­viduen aufgrund der Geschlechts­identität. Der Begriff wird benutzt, um zu verdeut­lichen, dass gesellschaftliche Struk­turen das Risiko erhöhen, bestimmte Formen von Gewalt zu erleben. Besonders betroffen sind Frauen und Mädchen, trans, nicht-binäre und intersex Menschen, aber auch Menschen, die bestimmten sozialen Nor­men oder einem binären Geschlechter­verständnis nicht entsprechen.