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Internationaler Tag gegen Menschenhandel am 30. Juli: Unterstützungsstrukturen für Betroffene ausbauen

Pressemitteilung der IN VIA Koordinations- und Beratungsstelle für Frauen, die von Menschenhandel betroffen sind, im Land Brandenburg und der Kontaktstelle der zivilgesellschaftlichen Akteur*innen zur Umsetzung der Istanbul-Konvention im Land Brandenburg (KIKO)

Am 30. Juli ist der Internationale Tag gegen Menschenhandel. Zu diesem Anlass wollen die KIKO Brandenburg und die IN VIA Koordinations- und Beratungsstelle für Frauen, die von Menschenhandel betroffen sind, im Land Brandenburg auf die prekären Hilfsstrukturen im Land aufmerksam machen.


Auch in Brandenburg werden täglich Personen durch Menschenhandel ausgebeutet. Die häufigsten Formen von Ausbeutung sind Arbeitsausbeutung und sexuelle Ausbeutung. Besonders häufig betroffen sind Frauen und Mädchen. Menschenhandel ist damit eine Form geschlechtsspezifischer Gewalt, zu deren Beendigung sich Deutschland und Brandenburg im Rahmen der Istanbul-Konvention verpflichtet haben.


Diese völkerrechtlich verbindliche Vereinbarung, die von Deutschland 2017 ratifiziert wurde, verpflichtet zu umfassenden Maßnahmen, um geschlechtsspezifische Gewalt zu verhindern, Betroffene zu schützen und Gewaltausübende zur Verantwortung zu ziehen.


Trotzdem ist die Lage im Land Brandenburg für Betroffene von Menschenhandel prekär.

„IN VIA begrüßt die wegweisenden Fortschritte auf Bundesebene im Kampf gegen Menschenhandel – insbesondere durch die Verabschiedung des Nationalen Aktionsplans Menschenhandel sowie des Nationalen Aktionsplans gegen Arbeitsausbeutung und Zwangsarbeit. Damit diese Maßnahmen jedoch wirksam greifen können, müssen die Strukturen in den Bundesländern ausgebaut und dauerhaft abgesichert sein – durch eine verlässliche Finanzierung spezialisierter Beratungsstellen für Betroffene und durch ausreichende Ressourcen für die Strafverfolgung. Nur so kann auch die dringend notwendige interdisziplinäre Zusammenarbeit verlässlich gewährleistet werden. Menschenhandel wirksam zu bekämpfen, gelingt nur mit starken Strukturen – bundesweit und vor Ort."

„Menschenhandel ist ein globales Problem, das insbesondere marginalisierte Menschen in unserer Gesellschaft trifft. Beim anstehenden Ausbau der Hilfsstrukturen dürfen sie nicht übersehen werden: Das Dunkelfeld ist groß - gerade deswegen sind vertrauliche Beratungsangebote und Schutzangebote essenziell."

Für weitere Informationen oder Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an:

Geschlechtsspezifische Gewalt meint gewaltvolle Handlungen gegenüber einem Individuum oder einer Gruppe von Indi­viduen aufgrund der Geschlechts­identität. Der Begriff wird benutzt, um zu verdeut­lichen, dass gesellschaftliche Struk­turen das Risiko erhöhen, bestimmte Formen von Gewalt zu erleben. Besonders betroffen sind Frauen und Mädchen, trans, nicht-binäre und intersex Menschen, aber auch Menschen, die bestimmten sozialen Nor­men oder einem binären Geschlechter­verständnis nicht entsprechen.