KIKO Brandenburg veröffentlicht einen neuen Informationsflyer zu Hochrisikofällen und Femizidprävention. Er richtet sich insbesondere an Fachkräfte und vermittelt Wissen über Warnsignale, Risikofaktoren und professionelles Hochrisikomanagement. Denn Prävention muss einsetzen, bevor Gewalt eskaliert.
Die Veröffentlichung des neuen KIKO-Flyers „Hochrisikofälle und Femizidprävention“ fällt in eine Zeit, in der tödliche Gewalt gegen Frauen erneut große öffentliche Aufmerksamkeit erfährt. Wichtig ist uns deshalb eine Einordnung: Der Flyer ist nicht als Reaktion auf aktuelle Femizide entstanden. Seine Entwicklung begann vorher – mit dem Ziel, genau solche Eskalationen möglichst zu verhindern.
Wissen, bevor es zu spät ist
Mit dem neuen Informationsflyer möchte KIKO Brandenburg dazu beitragen, das Wissen über tödliche geschlechtsspezifische Gewalt stärker in die Praxis zu tragen: Was ist ein Femizid? Was kennzeichnet einen Hochrisikofall? Welche Warnsignale und Risikofaktoren müssen aufmerksam machen? Wie kann eine professionelle Risikoabschätzung aussehen? Und welche Rolle spielen Fallkoordination, Schutzplanung und verbindliche Kooperation?
Femizide stehen häufig am Ende längerer Gewaltverläufe
Femizide sind keine unvorhersehbaren Einzelfälle oder ausschließlich spontane „Affekttaten“. Sie stehen häufig am Ende längerer Gewaltverläufe. In vielen Fällen war Gewalt bereits vorher bekannt. Verschiedene Institutionen verfügten möglicherweise über einzelne Informationen, ohne dass daraus ein Gesamtbild der Gefährdung entstand. Warnsignale wurden nicht immer ausreichend erkannt oder ernst genommen. Genau hier setzt Prävention an.
Femizidprävention ist eine Aufgabe für alle beteiligten Fachkräfte
Eine zentrale Botschaft des Flyers lautet deshalb: Fachkräfte tragen für gelingende Femizidprävention eine zentrale Verantwortung.
Diese Verantwortung liegt nicht allein bei Frauenhäusern und spezialisierten Beratungsstellen. Polizei, Justiz, Jugendämter, Gesundheitswesen, soziale Arbeit, Täterarbeit und weitere am Fall beteiligte Stellen können jeweils über wichtige Informationen verfügen.
Kostenlose Druckexemplare können von brandenburgischen Fachkräften und Organisationen bestellt werden. Senden Sie dafür eine Email an kontakt@kiko-brandenburg.de.