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Feministischer Kampftag für wirksamen Gewaltschutz, für echte Gleichstellung und für eine Politik, die Frauen und Kinder konsequent schützt.

Pressemitteilung der KIKO Brandenburg und des Netzwerks der brandenburgischen Frauenhäuser e.V. zum feministischen Kampftag am 8. März 2026

Feministischer Kampftag für wirksamen Gewaltschutz, für echte Gleichstellung und für eine Politik, die Frauen und Kinder konsequent schützt.

Anlässlich des feministischen Kampftags am 8. März fordern das Netzwerk der brandenburgischen Frauenhäuser und die KIKO Brandenburg: Gleichstellung darf kein symbolisches Bekenntnis mehr bleiben. Der 8. März ist ein Startpunkt für konsequentes politisches Handeln. Feministische Errungenschaften und Kämpfe für eine wahre Gleichstellung sind die Basis für einen wirksamen Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt und Gewaltprävention.

Die aktuelle Dunkelfeld-Studie macht deutlich, dass geschlechtsspezifische Gewalt auch in Brandenburg ein erhebliches und vielfach unsichtbares Ausmaß hat: Die brandenburgische Polizei erfasste 6.790 Fälle häuslicher Gewalt im Jahr 2024. Die Dunkelfeldstudie hat festgestellt, dass innerhalb von (Ex-)Partnerschaften die Anzeigequoten psychischer und körperlicher Gewalt unter fünf Prozent liegt. Die Zahlen sind enorm, sie steigen, und sie sind nicht hinnehmbar.

Die Frauenhäuser, Notwohnungen und Fachberatungsstellen begegnen dieser Realität tagtäglich – mit hoher Fachlichkeit, aber häufig unter prekären finanziellen und strukturellen Bedingungen. Eine verlässliche, bedarfsgerechte Finanzierung sowie der flächendeckende Ausbau von Schutz- und Beratungsangeboten sind daher unerlässlich und überfällig.

„Gleichstellung und Gewaltschutz sind konkrete staatliche Verantwortung“, erklärt Therese Westphal, Referentin der KIKO Brandenburg. „Die neue Landesregierung muss zeigen, dass sie Frauenrechte und Gewaltschutz lebt – in Gesetzen und Haushalten.”

“Die Gewalt steigt, aber die Verantwortung wird weiter von A nach B und wieder zurückgeschoben. Das muss aufhören, stattdessen müssen Gewaltschutz und Prävention ressortübergreifend und auf allen Ebenen angepackt werden. Der Schutz vor Gewalt ist ein Menschenrecht und staatliche Pflichtaufgabe. Dazu gehören verpflichtende Fortbildungen in den Institutionen, eine konsequente Anwendung schon bestehender Schutzinstrumente, Ausbau der Täterarbeit und der Fachberatungen. Unsere Schutz- und Hilfestrukturen müssen verbreitert, nachhaltig gesichert und dauerhaft finanziert werden,” macht Catrin Seeger, Vorstandsfrau des NbF e.V., deutlich.

 

Der 8. März erinnert seit 1911 daran, dass Gleichstellungspolitik kein Randthema ist. Sie ist Voraussetzung für eine gerechte, demokratische Gesellschaft. Das Netzwerk der brandenburgischen Frauenhäuser e.V. und die KIKO Brandenburg fordern die Landespolitik auf, klare Prioritäten zu setzen: für wirksamen Gewaltschutz, für echte Gleichstellung und für eine Politik, die Frauen und Kinder konsequent schützt.

Weitere Informationen/Ansprechpartner*innen

Geschlechtsspezifische Gewalt meint gewaltvolle Handlungen gegenüber einem Individuum oder einer Gruppe von Indi­viduen aufgrund der Geschlechts­identität. Der Begriff wird benutzt, um zu verdeut­lichen, dass gesellschaftliche Struk­turen das Risiko erhöhen, bestimmte Formen von Gewalt zu erleben. Besonders betroffen sind Frauen und Mädchen, trans, nicht-binäre und intersex Menschen, aber auch Menschen, die bestimmten sozialen Nor­men oder einem binären Geschlechter­verständnis nicht entsprechen.